Wie jeder weiss, gibt es unzählige Möglichkeiten zu spicken. Für Spickzettel strengen ganze Generationen ihre Hirnzellen gegenüber dem Unterrichtsstoff um ein Vielfaches an. Ich habe damit zwar kein moralisches Problem, verzichte aber an dieser Stelle auf ein Ranking der besten Spick-Ideen. Denn das gibt es ja schon in verschiedensten Schülerforen. (Allerdings wüsste ich von keiner Website, auf welcher Lehrer und Lehrerinnen sich dazu äussern, was gute Spickzettel sind. Und das wäre ja eigentlich die Goldgrube.)
Spickzettel sind bekanntlich das Resultat geschlossner Fragen. Sie eignen sich für Definitionen, Jahrzahlen, Formeln, Zitate. Wer Zusammenhänge aufzeigen oder gute Aufsätze schreiben soll, profitiert nur mässig.
Jedenfalls habe ich mich mit einer Klasse richtig amüsiert. Alle meine sechs Klassen schreiben nämlich diese Woche Tests, die Parallelklassen zum gleichen Thema. Bevor ich heute die Tests austeilte, machte mich eine Schülerin darauf aufmerksam, dass auf ihrem Pult ein Spickzettel zu eben diesem Thema stehe, der dann „im Fall“ nicht von ihr sei. Da ich kein Putzmittel zur Hand hatte, habe ich mir den Spicker kurzerhand (zwecks Chancengleichheit) 1:1 an die Tafel diktieren lassen:
LUG: Auskunft: häufigkeit Zeitraum verkauf
WWS: überprüfen Beständ bis Verkauf
Da im Test die Frage:
Worüber gibt die LUG Auskunft? Erklären Sie kurz theoreitsch.
und auch die Frage:
Schreiben sie vier Stichworte zum Vorteil des WWS auf.
vorkamen, war dieser Spickzettel eigentlich ganz gut geplant. Was zeigt, dass ich frage, was ich ankündige, was mir wiederum Lehrerinnenkarmapunkte bringen sollte.
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