Sommerlektüre

14. July 2014

Dieses Mal fahre ich weg, ohne eine Literaturliste zu hinterlassen. Wie Safranski sagt: es gibt heute Bilder statt Worte.

Die Bücher zur Linken werden wohl mehr vom Mann gelesen, “Das doppelte Lottchen” rechts ist zum Vorlesen für die Nichte. Clark werde ich bestimmt nicht ganz schaffen und Izzo habe ich bereits gelesen, möchte aber nochmal. Daneben werde ich mich hoffentlich endlich wieder mehr bewegen und ab und zu versuchen, die Schule zu vergessen. (Was etwas schwierig ist, weil man ja in den Ferien auch den eigenen Unterricht vorbereitet.) Mal sehen.

Meine Sommerferienlektüre 2014

Guten Juli liebe, treue Leserschaft! Möge allen die Sonne scheinen.

Lesen verlernen

13. July 2014

Seit einer Woche trage ich ein Interview der Sonntagszeitung mit Rüdiger Safranski herum (in gedruckter Form). Dies als Erinnerung, weil ich über Safranskis Bemerkung zum “sekundären Analphabetismus” nachdenken wollte. Bisher hatte ich den Eindruck, dass viele Jugendliche nie richtig lesen gelernt hätten. Damit meine ich so, dass sie längere, nicht illustrierte, aber einfache (nicht etwa literarische) Texte soweit verstehen, dass der Inhalt hängen bleibt und bei Bedarf im Wesentlichen wiedergegeben werden kann. Dem ist ja oft nicht mehr so, das wissen alle, die unterrichten. Lehrpersonen von heute machen gescheiter Prezi als Prosa.

Safranski geht weniger davon aus, dass das Lesen nicht erlernt worden ist, sondern davon, dass es verlernt wird.

… da sind wir jetzt möglicherweise wieder in einer Revolution drin, deren Ausmass wir noch nicht begreifen können: Dass nämlich nicht mehr die Schrift und das Lesen die zentrale Rolle spielen, sondern das Bild. Bei der Bildkommunikation entfällt der abstrahierende Vorgang vom abstrakten Zeichen zur bildlichen Vorstellung im Gehirn, das Bild ist sofort da in unseren Köpfen, ohne Umweg über das Zeichen. Und wenn diese Fähigkeit zur Abstraktion nicht mehr regelmässig genutzt wird, verkümmert sie.

Das habe ich so noch nicht überlegt. Aber wenn ich mich selber anschaue, ist es gar nicht so abwägig. Ich teile mir die Lesezeit zunehmend genauer ein und muss dabei alle Elektronik ausschalten und bei anspruchsvoller Lektüre häufiger mehrmals anfangen. Bei Presseartikeln kommt es sogar vor, dass ich sie nicht zu Ende lese, sondern den Sachverhalt einfach rasch google und mir so kein Wissen verschaffe, sondern bloss Information für den Moment.


Sind Sie Pessimist?

Keinesfalls. Wenn man auf die Geschichte zurückblickt, kann man fast nur Optimist sein, allerdings mit viel Geduld. Man muss schon deutlich über die eigene Lebenszeit hinausblicken. Die Menschheit ist eine ausserordentlich erfindungsreiche Gattung. Unseren Nachfahren wird etwas einfallen, es wird schon irgendwie weitergehen. Freilich kann man auch nicht ausschliessen, dass der Faden reisst, dass die Fackel nicht mehr weitergetragen wird. Trotzdem: Pessimismus ist für mich etwas Wichtigtuerisches, weil man seine Nachkommen für Idioten hält. Eigentlich sind wir heute ohnehin alles Glückskinder, verglichen mit früheren Zuständen. Aber das nützt halt nichts, weil jede Generation auf dem Niveau des allgemeinen Wohlbefindens sich ihre eigenen Probleme macht.

Und nochmal feiern!

5. July 2014

Gruppenhandyfoto Abschlussjahrgang 2014

Brief an die Lehrerinnen und Lehrer

Gestern hatten wir die letzte Feier unserer grossen Schule. In passendem Ambiente in Zürich konnten wir den allerersten Fachleuten Kundendialog ihr eidgenössischem Fähigkeitszeugnis überrreichen. Born on the 4th of July: A New Profession.

Wir hatten die letzten drei Jahre eine intensive Zeit verbracht und die Abschidesgesten der Klasse waren wiederum rührend. Hier zuerst und passend ein Handybild, die Fotos vom Fotografen sind auf unserer Website zu finden.

Abschluss feiern!

3. July 2014

Abschlussfeier Buchhandel 2014

Abschlussfeier Buchhandel 2014

Auch wenn ich im Voraus immer überzeugt bin, dass es sowieso nicht klappen wird, war auch diese Feier schön, vor allem wegen der originellen Beiträge der Lernenden. Den kurzweiligen und rührenden Text der Abschlussrednerin gibt’s dann im ersten “Pegasus” des neuen Schuljahres zu lesen.

Und Fotos gibt’s auf unserer Website. Die Jahrgangsbilder am Schluss der Fotogalerie gefallen mir besonders. Und auf das neue Buch, aus dessen Manuskript der Autor Guy Krneta zur Feier des Abends gelesen hat, freue ich mich auch. Die reden da drin wie meine Verwandtschaft und ich fragte mich während der ganzen Lesung, woher er die alle so genau kennt.

Frühe Erkenntnis

27. June 2014

Wir haben ja praktisch keine Eidgenossen auf dem Fussballplatz. Wobei ich nie weiss, wer die überhaupt wären, weil alle, die den Begriff brauchen, diesen anders erklären. Sei’s drum. Gestern führte ich mit meinem fünfjährigen Neffen (Kind eines Migrationshintergrunds) folgendes Gespräch:

Ich:
Hast du das Spiel Schweiz-Honduras gesehen?

Neffe:
Nein, ich musste zur Halbzeit ins Bett.

Ich:
Aber du weisst, wer alle Goals gemacht hat?

Neffe:
Tscherddan Schatschiri. Aber sag Shakiri, wenn du mit Schweizern redest.


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