Fremde Welt

31. March 2015

Werktätigkeit Anfang Siebziger

Wenn ich meine Welt betrachte, so erscheint sie mir manchmal fremd. So viele gute Seiten die Entwicklung auch hat, sie ist mir zu schnell. Mein Leben ändert sich durch Logins, Gadgets und die omnipräsente technologische Aufrüstung, die Denken, Didaktik und Budgets prägt, in Windeseile. Noch kann ich das Geforderte ohne grosse Not leisten, aber ich erkenne das Verfalldatum neuer Fähigkeiten schon während ihres Erwerbs und schaue mir täglich - verstohlen und etwas beschämt - beim Vergessen zu.

Glücklich all jene, welche Fertigkeit nicht mit Dauerhaftigkeit verbinden.

48. Seite

15. March 2015

Lesealbum 49. Seite

Lektüre: Monika Feth, Teufelsengel
Gelesen 2010
in Südfrankreich

Einschnitte

17. February 2015

Diese Fotoserie ist gut. Sie spiegelt mein Gefühl, einfach versagt zu haben und ohne Erfolg inbezug auf Integration immer nur älter und müder zu werden, trefflich.

Im Moment mag ich nicht mal mehr Lesefotos bloggen. Aber ok, wenn wenigstens der deutsche Buchhandel von der anderen Misere, die mich dieser Tage (und Nächte) fordert, profitiert.

Januarjammer

1. February 2015

Das war glaub ich mein schlimmster Januar, ohne dass (in meinem Umkreis) etwas Schlimmes passiert ist. Ich hatte Mittelohrenentzündung u.v.m. Und auch in der Schule waren Viren und Bakterien die Lebewesen mit der höchsten Präsenz. Viele Kinder von Kolleginnen haben Grippen, Lungenentzündungen und sogar RS-Viren kalt erwischt, was uns alle auch emotional beschäftigte. Und trotzdem musste das Semesterende irgendwie über die Bühne. Bei uns in der Berufsfachschule kommt zu den Noten und Leistungsausweisen noch eine komplizierte Handhabung der Absenzen hinzu*. Dafür kann niemand etwas, aber der Aufwand ist ungeheuerlich und hat mir dieses Mal fast den Rest gegeben. Ich hatte in der Sache so viele Anrufe, dass ich bisweilen alle Telefone ausschalten musste, um überhaupt den vorherigen Anruf noch bearbeiten zu können. Ich bin nachts regelmässig schweissgebadet erwacht, weil ich etwas vergessen zu haben glaubte.

Nun denn, jetzt bleiben mir ein paar Schulferientage, um dem Überblick zurückzuerobern, das neue Semester vorzubereiten und mich natürlich vollumfänglich zu erholen, damit ich das neue Semester voll genesen und fröhlich beginnen kann. (Ich höre oft “Ich möchte nicht mehr zwanzig sein” und habe es bestimmt selber schon gesagt. Aber das sind die Momente, in denen es mir verdammt viel dienen würde, weniger Verantwortung zu haben und weniger Schlaf zu brauchen. Falls jemand einen Jungbrunnen kennt oder einen Wunsch zu vergeben hat: Nur her damit.)

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Vom Suchen und Finden

18. January 2015

Es ist Semesterende und ich bin am Korrigieren. Nicht nur Tests von Lernenden, sondern auch Begleitbriefe zu Zeugnissen oder Missverständnisse zu Notenabgaben.

Trotzdem will ich einen Rückblick auf die letzte Zeit tun. Wir hatten an unserer Schule am 8. Januar eine Veranstaltung “Wie weiter mit dem Islam” zum Thema Radikalisierung von Jugendlichen. Der Zulauf war enorm und das Echo äusserst positiv. Der daraus entstandene Presseartikel hat über Facebook grosse Verbreitung gefunden. Und nicht nur das, es ist wirklich eine Argumentationsgrundlage für uns Lehrpersonen und auch für viele unserer Lernenden geworden. Ahmad Mansour half uns, in bester Weise mit den Stimmen umzugehen, die wir eigentlich nicht hören möchten, aber die es in den meisten unserer Klassen gibt:

Selber schuld; wer provoziert, muss mit Strafen rechnen; religiöse Gesetze sind mindestens so wichtig wie andere, wenn nicht wichtiger.

Wir müssen gemeinsam Lösungen für das Zusammenleben erschaffen und dürfen es auch sagen, wenn wir Angst haben, sie nicht zu finden. Die Schule ist dafür ein guter Ort.

Ich bin eigentlich froh, dass in Frankreich gerade dank den Problemen an Schulen endlich über die gesprochen wird, die sich eben nicht mit Charlie solidarisieren. Ich erachte es persönlich als völlig kontraproduktiv, wenn Länder sich hier etwas vormachen.

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