Information is Power

Meine Katastrophenbilder sind solche aus Zeitungen, vom Internet und aus Büchern, denn ich habe seit sieben Jahren keinen Fernseher mehr und schaue auch sonst niergends TV.

Aus Büchern wie James Nachtweys Inferno kenne ich jedes Bild, vielleicht fast jeden Bildausschnitt. Über das Einstürzen der WTC-Türme bin ich online wie offline so umfassend dokumentiert, dass mir an den Jahrestagen kleinste Fehler in Bildunterschriften sofort ins Auge stechen.

Ich weiss nicht, ob diese Meldung stimmt. Indische Online-Medien berichten bis jetzt nichts davon, aber ich hoffe sehr, dass es rasch gelingt, Alarmwege einzurichten.

Diese Katastrophe ist einmal mehr eine der Armut und der mangelnden Information. Wissen wird nicht verteilt, es wird nicht geteilt. Man möchte ja schon, aber der Transfer lässt sich nicht schnell genug umsetzen. Der von mir hoch geschätzte Freire hat Grundsteine gelegt, die von mir ebenfalls sehr geschätzte UNO hat alles deklariert, zu den Konferenzen wurde geladen. Aber es hilft nichts. Eine Welle bricht los, viele Wissenschaftler sehen sie kommen, es bleiben eineinhalb Stunden für die Flucht, aber keiner vor Ort weiss es. Wie in Tschernobyl. Ein Reaktor explodiert und die Bevölkerung hat keine Ahnung, was Strahlung ist.

Seit Jahren begleitet mich die schriftliche Aufforderung einer Gruppe von Frauen, mit denen ich einmal zusammengearbeitet habe:

„Information is Power. Use it. Share it.“

Doch ich sitze hier und kann verzweifeln darüber, dass es nicht funktioniert. Oder aufstehen und mithelfen, dass es wenigstens ein bisschen funktioniert. Auch wenn es Generationen dauert, bis man es merkt.

2 Reaktionen zu “Information is Power”

  1. Tisha

    Wie geht es wohl meinem Schüler Arun aus Sri Lanka? Meine Klasse wollte für die Aids-Waisen spenden. So viele Tote. Unvorstellbar. Schrecklich. Diese sowieso schon ärmsten Menschen. Und eine Mitstudierende bräunt sich regelmässig über Weihnachten auf den Malediven ihr Schweizer Hinterteil.

  2. Tanja

    Soviel ich lese und höre, hat niemand von den Tamilien verlässlichen Bescheid. Es ist grauenhaft. Auch die Details zur Informationspolitik.

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