Die Auffahrtsbrücke

ist ein Zankapfel im Schulwesen. Wenn man am Freitag nach Auffahrt normal Unterricht macht, erstickt man als Schule in den Dispensationsgesuchen, weil dieser Tag - normative Kraft des Faktischen - vielerorts zu einer Art Nach-Feiertag mutiert ist. Wenn man den Freitag “überbrückt” und schulfrei macht, kriegen alle Lehrpersonen, die freitags Unterricht haben, diese Stunden vom Lohn abgezogen, weil’s ja eben kein echter Feiertag ist. Wenn man die Brücke akzeptiert, aber den Unterricht in der Ferienzeit vor-oder nachholt, kriegt man wieder ebensoviele Gesuche.

Bei uns ist im Moment Variante Auffahrtsbrücke mit Abzug für Freitagslehrpersonen. Ich gehöre zu denen, bin aber um die Brücke froh. Punkt 19.00 Uhr am Samstag war ich mit dem Korrigieren und Kreieren der letzten Prüfungsfragen aller Branchenkundefächer fertig. Das ergibt einen freien Sonntag, den ich ohne Auffahrtsbrücke nicht gehabt hätte. Ausserdem konnte ich endlich wieder einmal Nicht-Dringendes angehen:

  • Mich um Neuerungen für unser Steinzeit-Forum kümmern
  • Das Kind von neuer Zahnbürste und Turnhose überzeugen
  • Wunderschöne, alte Tischtücher benutzen, waschen und bügeln
  • Mein Handy-Abo ändern
  • Die Hillerman-Krimis nach Erscheinungsjahr des Originals ordnen
  • Den Balkon einweihen (neuer Balkontisch, Grill, schattenspendene Pflanzen einpflanzen)
  • Schönen Sonntag noch!

    2 Reaktionen zu “Die Auffahrtsbrücke”

    1. Herr Rau

      Zuerst dachte ich wirklich, es geht um etwas Architektonisches am Gebäude. Die Auffahrtsbrücke halt. Was kann an der zu Konflikten führen… zu eng vermutlich, oder Einbahnstraße.

      (Bei uns heißt die Auffahrt Himmelfahrt, deshalb.)

    2. Tanja

      Aha, Himmelfahrt. In Dialekt heisst das “Uuf-fahrts-Brügg”…

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