Anteilnahme

Man kann die „Kultur der Verrohung“ beklagen, die „Blutdrünstigkeit der Medien“ anprangern, „mangelnde Durchsetzungskraft“ der Lehrpersonen und „Hilflosigkeit“ der Schulpsychologen beweinen. Das muss man sogar. In Lehrerzimmern, in Blogs, in Strassenbahnen, in Kommissionen, Parteien, Parlamenten. Aber daneben gibt es auch Denkwürdiges für jeden einzelnen.

  • Was bringe ich Kindern und Jugendlichen entgegen? Wann biete ich zum Beispiel direkt (indem ich mich kümmere) oder indirekt (indem ich mich für Angebote einsetze) eine Alternative zum Gamen?
  • Wie viel bin ich bereit für kluge, tiefgründige, gut recherchierte Texte auszugeben?
  • Habe ich je mit einem Lehrer über seine Hintergrundarbeit gesprochen? Wann war ich zum letzten Mal während der Unterrichtszeit in einem Schulhaus?
  • Wie engagiert bin ich, wenn es um die Intervention im öffentlichen Raum geht? Helfe ich, unterstütze ich, mische ich mich ein?
  • Die Frage ist nicht allein „In was für einer Welt leben wir eigentlich?“. Die Frage in jeder Gesellschaft ist: „Was ist mein Anteil, was mein Beitrag?“

    Es fällt mir schwer zu begreifen, warum sie so selten gestellt wird. Ausgerechnet hier, wo wir satt sind und uns so sehr als Individuen verstehen.

    2 Reaktionen zu “Anteilnahme”

    1. Hanjo

      Recht hast du.

    2. Tanja

      Erschien - etwas abgeändert - heute als Leserbrief. (Leider entstehen durch die Kürzungen häufig Fehler. Aber der Sinn blieb diesmal erhalten.)

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