Unterrichtsbesuche

Es gibt vier Sorten Unterrichtsbesuche, die ich mache:

  • 1. Kollegiale Hospitation: Das ist, wenn Lehrpersonen einander besuchen. Also gegenseitig.
  • 2. Unterrichtsbesuch vor dem Mitarbeitergespräch “MAG”: Das machen die, die dann das MAG führen.
  • 3. Unterrichtsbesuche bei Lehrpersonen meiner Abteilung.
  • 4. Unterrichtsbesuche auf Einladung von anderen Schulen.
  • Das Erste mache ich kaum mehr. Ich kann das nur mit Lehrpersonen, die nicht in meiner Abteilung arbeiten, sonst kritisieren die ja viel zu zurückhaltend. Es steht auf meiner “Do-To”-Liste, aber ich habe ein Koordinations- und Zeitproblem.

    Das Zweite mache ich verteilt auf die Zeit zwischen Neujahr und Frühling. Ich bin in der glücklichen Lage, nur so viele Mitarbeitergespräche führen zu müssen, wie ich noch seriös vor- und nachbereiten wie auch dokumentieren kann.

    Das Dritte gehört zu meinem Alltag. Es ist für mich selbstverständlich, dass ich die Lehrerinnen und Lehrer meiner Abteilung alle (paar) Jahre besuche, sonst fehlt mir völlig die Grundlage. (Für die, die es noch nicht wissen: Lehrer sind ziemlich unterschiedlich.) Ich öffne mein Schulzimmer auch selber gern, aber bis jetzt kommen fast nur Leute aus Lehrbetrieben in meinen Unterricht, selten Kollegen.

    Das Vierte mache ich besonders gern. Allerdings sind Schulstunden, denen man auf Einladung anderer Schulen hin zuschaut, immer besonders gut vorbereitet und lassen einen vor Neid erblassen. (Ich jedenfalls habe meistens das Gefühl, dass die anderen Schulen besser unterrichten, besser eingerichtet wind und besser kommunizieren.)

    Aber was ich eigentlich notieren wollte:

    Heute war ich bei einem “meiner” Handelslehrer im Unterricht und es war genial: Die richtige Dosis an Ernst, die richtige Prise Witz, alles wunderbar an der Tafel und am Projektor entwickelt (ich wünschte, ich könnte so schön schreiben!), gute Aktivierung, hohe Konzetration in der Klasse, gute Beispiele und immer verknüpft mit dem, was bereits durchgenommen worden ist.

    Und das in dem Fach, das die Azubis des Buchhandels seit Generationen mehrheitlich als “doof” bezeichnen: Buchhaltung.

    3 Reaktionen zu “Unterrichtsbesuche”

    1. Jürgen

      Bei uns lautet der Satz “Wie der Herr (in diesem Fall: die Herrin), so’s G’scherr”. - Glückwunsch zu diesem Genuss und dieser Stütze!

    2. Astrid Kuster

      Grüezi
      Ich suche Fachliteratur zum Thema Unterrichtsbesuche. Können Sie mir welche senden, oder haben Sie eventuell Tipps? Würde mich riesig freuen. Sonnige Grüsse
      Astrid Kuster

    3. Tanja

      Für mich sind Hilbert Meyer (Was ist guter Unterricht) und Ruth Meyer (Lehren kompakt) empfehlenswert, auch wenn es da noch um anderes geht.

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