Religion als Springform

Krippe 2005

Religion ist kein Bedürfnis, Religion - jede - ist ein Antwortsystem auf komplizierte Fragen. Und offensichtlich nicht das beste.

Schreibt shift. Geprägt von Glitzerpapier, Tannenbaumerwerb und Backen, würde ich ergänzen, dass Religion auch die Form um einen Rest Tradition ist. Obwohl unsere Familie ungetauft und wir Eltern weder konfirmiert noch verheiratet sind, sind unsere Abweichungen von der Tradition marginal. Das Kind hat dieses Jahr zum Beispiel die Beteiligung der Piraten an der Krippe durchgesetzt, während ich fand, die drückten zu sehr auf die Frauenquote. Es wäre aber weder mir noch dem Kind eingefallen, keine Krippe aufzustellen.

6 Reaktionen zu “Religion als Springform”

  1. Silvia Mauerhofer

    oh ja, wir lieben unsere Krippe auch! Nachdem vor einem Jahr ALLE Stalltiere dabei sein durften (alle Hühner und der Hahn, die Schnecke, vier Ziegen, 2 Schafe, eine Sau mit Jungen, der Bärnersenn, drei Kühe, die eigentlich wirklich nicht auch noch Platz hatten, und viele Katzen, der Esel natürlich und einige mehr) ist es heuer nur der Esel. Damit die Engel besser zur Geltung kommen, die ja färn keinen Platz mehr hatten. Und die Kerzen werden gefälligst im Ritual DER REIHE NACH (Jeden Tag ein anderes Kind und dann wieder von vorn….) angezündet, weil das ist sonst fies!

  2. Tanja

    Jawohl, in der Reihe bleiben, alles andere ist echt echt fies. Ihr habt wirklich viel Getier untergebracht vor einem Jahr. Kein Wunder, dass die Engel weichen mussten, vielleicht hatten die Kinder besonders das Bedürfnis nach dem Irdischen. Dann gibt es wieder andere Zeiten und sie unterhalten sich mit ihrem Schutzengel, nur so als Beispiel.

  3. rollblau

    Liebe Tanja,
    ich wünsche Dir und Deiner Familie ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes Neues Jahr 2006 . LG rollblau

  4. Tanja

    Danke vielmal, lieber rollblau. Meine ausführlichen Wünsche an dich hinterlasse ich bei dir.

  5. Lisa Rosa

    Was sagt ihr dazu: Mein Kollege im Demokratiebüro berichtete heute, dass Feste und Rituale wie Weihnachten die Gesellschaft zusammenhalten. Hm. Ich wandt ein, dass an Weihnachten die Selbstmordrate am höchsten ist und nirgendwann in den Familien soviel Kommunikations- und Harmoniewünsche enttäuscht werden und gestritten wird wie an Weihnachten.
    Ich wünsche trotzdem erholsame Tage und gute Kommunikation. Aber das wünsche ich mir und Dir, Tanja, immer - 365 Tage im Jahr. Auch wieder für 2006!

  6. Tanja

    @Lisa Rosa

    Danke für die lieben Wünsche, dir auch alle Beste und behalt den Elan für die Schule (verneig).

    Als PR-Beitrag für Weihnachtsrituale möchte ich meinen Eintrag auf keinen Fall verstanden wissen! Ich denke nicht, dass Krippen aufstellen per se heilsam ist, ich habe auch nicht den Eindruck, dass Weihnachten die Gesellschaft zusammenhält. Ich bin aber der Meinung, dass sie hierzulande ein Ritual, eine Tradition bildet, die es erlaubt, auch mal ein paar merkwürdige Dinge zu tun, die man sich eben - leider - die übrigen 350 Tage (oder wieviel von der Adventszeit wollen wir dazu zählen?) im Jahr irgendwie nicht traut, weil es ja da niemand anderes auch tut.

    Aber genau das, dass “alle” es machen, schafft den Druck, den du meinst. Wenn man nicht dabei ist, ist man draussen. Basta.

    Ich habe dieses Gefühl vielleicht weniger, weil ich in einem Quartier wohne, in dem sehr viele Feiertage von anderen Religionsgruppen begangen werden und ich mich immer richtig freue, auch mal an der Reihe zu sein und deswegen eigentlich auch keinen grossen Stress habe.

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