Das Unerfreuliche zuerst:

Bis jetzt haben wir zu wenige Anmeldungen für das kommende Schuljahr. Mit den Anfragen hingegen verhält es sich genau umgekehrt: Je unsicherer die Lage, desto nötiger wird die
Schule als Informations- und Klärungsstelle gebraucht. Aber uns gibt es nur so lange, wie Buchhandlungen eine gewisse Anzahl Lernender ausbilden. Wenn sie uns für die Zusammenarbeit in der Grundbildung brauchen, engagieren wir uns gern. Wenn nicht, akzeptieren wir das und finden andere Arbeit. Aber Standby – das geht leider nicht.

Doch ist es schön, auch heuer wieder einen Jahrgang in die Buchbranche und Welt zu entlassen, der sich optimistisch und vielseitig interessiert auf Stellensuche begibt. Wir wünschen unseren Abschlussklassen eine erlebnisreiche Kulturreise, eine glanzvolle Prüfungszeit, eine krönende Abschlussfeier und Vorfreude auf den nächsten Schritt.

Aus dem Editorial des soeben erschienen Pegasus 111.

4 Reaktionen zu “Das Unerfreuliche zuerst:”

  1. Hanjo

    Befürchten wir natürlich auch seit ein paar Jahren. Aber heuer hat’s noch gereicht für eine Klasse.

    (Was machen die zu wenigen Buchhandelsauszubildenden für den schulischen Teil ihrer Ausbildung nun bei Euch? Bei den Einzelhändlern unterkriechen?)

  2. Tanja

    Lieber Hanjo - noch wissen wir es nicht. Im Moment sind die Lehrerpensen das Hauptproblem. Wenn ich nicht genug Lernende kriege (das Absurde ist ja, dass wir bis jetzt überhaupt keinen Überhang an Buchhändlern haben…), dann müssten wir den Lehrpersonen per Ende April kündigen oder teilweise kündigen. Was wiederum dazu führen würde, dass sie sich andere Arbeit suchen und für uns - obwohl sie sehr gut sind - für immer verloren sind. Die Folge wäre wohl die Schliessung der Abteilung vor der Zeit - also bevor es die Anmeldezahlen erfordern.

  3. Sonja

    Das ist wohl für viele junge Leute ein Beruf ohne Zukunft geworden. Klein wenig auch verständlich, oder?
    Ich fände es sehr, sehr schade, wenn keine Klasse mehr zustande käme…

  4. Tanja

    Eigentlich ist - zumindest in der Schweiz - nicht der Einsteigerwille das Problem, der Beruf wurde ja schon sehr stark zurückgefahren. Das Problem im Moment ist mehr, dass die Kleinen und Mittleren aufgrund (für mich unklarer) Überlegungen keine Lehrstellen mehr anbieten. Das führt dazu, dass sich für unsere Fachlehrpersonen das Unterrichten nicht mehr lohnt und das wiederum führt dazu, dass man denen, die noch ausbilden wollen und ausgebildet werden wollen, schulisch nichts mehr anzubieten hat. Dann muss man sich fragen, wohin mit den Willigen und bringt sie meistens im Einzelhandel unter (Hanjo spricht in seinem Kommentar darauf an). Das ist jedoch für die Qualität der Bedienung für einen Kunden, der bewusst in ein Fachgeschäft geht, nicht so befriedigend. Aber die Entwicklung ist verständlich und entspricht dem Lauf der Dinge.

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