Gattin geht schlafen

Wenn Sie hier mitlesen, ist die Chance gross, dass Sie mein Problem aus eigener Erfahrung kennen. Ihrer Laufbahn mangelt es vielleicht auch an Gradlinigkeit und Sie quetschen sehr Verschiedenes unter einen Hut. Sie wissen demnach, dass es eine anregende Sache ist, viele Rollen zu bekleiden, kennen aber auch die Grenzen des Hauptrollen-Repertoirs. Man muss ja - um die berühmten Prioritäten zu setzen - auch stets wissen, was man gerade am meisten ist. Bin ich jetzt grad Leiterin der Abteilung Buchhandel und zuständig für die Diplomierung der Abschlussklassen oder gerade mehr für die neuen Lehrstellen in der Abteilung Kundendialog? Bin ich Lehrerin (noch 8 Tests zu korrigieren), Buchhändlerin (noch drei private Buchtipp-Anfragen) oder Prüfungsleiterin (noch eine Notenkonferenz vorbereiten)? Bin ich Mutter, Tochter, Schwester, Freundin? Diese Woche war ich zwei Tage hauptsächlich Gattin und Schwiegertochter in der Nebenrolle, denn der Mann hat seinen Master erhalten. Wir erlebten einen sehr amerikanischen Graduation Day: formell, feierlich, schön - aber einfach lang. Und weil ich die Gattin am wenigsten übe, bin ich entsprechend müde. Am Montag habe ich dann wieder eine andere Hauptrolle und bin froh drum. Werte Gattinnen, ich weiss wirklich nicht, wie Sie das schaffen.

Gattin 2012

6 Reaktionen zu “Gattin geht schlafen”

  1. kaltmamsell

    Ich bin stolz auf dich! In den Management-Seminaren wird doch immer wieder angemahnt, die eigene comfort zone zu verlassen, zwengs Erweiterung des Horizonts. Voilá!

  2. kaltmamsell

    UND: Glückwunsch an den Mann zum Master.

  3. Ima

    Der ganzen Familie herzliche Glückwünsche! Was geschieht eigentlich mit Doktorhut (goldene Quaste) und Talar?

  4. Tanja

    Danke allerseits!

    “comfort zone” kenne ich aus dem Managerratgeber. Ich denke, der Begriff wird die Schulverwaltung in ca. 2 Jahren ereilen. (Das beste Buch zu diesem Phänomen.)

    Keine Ahnung, was längerfristig mit der Bekleidung geschieht. Kurzfristig lassen wir sie noch sichtbar.

  5. vered

    Vergessene Frage: Bin ich Bloggerin?

  6. Tanja

    Ja, stimmt. Ein Blogger-Ich hat man ja auch noch. Was ist ürigens mit “Was is dus”?

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