Tischgespräch [2]

Mutter:
Vor einer Stunde wurde der Literaturnobelpreisträger bekannt gegeben.
Kind:
Ist das der, der am meisten Geld bekommt von allen Autoren?
Mutter:
Ja, dies ist der Preis, der am meisten einschenkt, über eine Million. Der Sinn davon ist, dass der Autor dann eine Weile in Ruhe und ohne Geldsorgen schreiben kann.
Kind:
Und, wer hat ihn bekommen?
Mutter:
Harold Pinter, ein Engländer.
Kind:
Aber wie konnte er sich nur gegen Rowling durchsetzen?!
Mutter:
Ach, darauf kommt es nicht an bei diesem Preis, das funktioniert nicht wie die Miss-Wahl. Da muss man einfach jahrelang gut und engagiert schreiben und das Nobelpreiskomitee, das dann definitiv auswählt, muss auf einen aufmerksam werden, weil man die Menschheit weiterbringt.
Kind:
Aha. Dann ist der Literaturnobelpreis wie wenn man Fussballweltmeister wird. Man kickt irgendwo zwischen Armenhäusern wie Zinedine und wird plötzlich entdeckt. Aber bis man den WM-Titel hat, muss man viele Vorrunden spielen und erst noch in den Final kommen. Und wenn man gewinnt, findet einen die ganze Welt supergut.
Mutter:
Ja, das trifft das Verfahren ziemlich genau.
Kind:
Ich räume ab und geh’ wieder Fussball spielen.

Eine Reaktion zu “Tischgespräch [2]”

  1. teacher

    Schönes Gespräch, witzig und lehrreich.

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